Erbsen im Garten: Anbau, Pflege und Ernte

Erbsen im Garten anbauen: Der ultimative Guide von A-Z |
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Erbsen im Garten anbauen: Der ultimative Ratgeber von A-Z

Es gibt kaum ein Gemüse, das so sehr nach Sommer schmeckt wie frisch gepflückte Erbsen direkt aus dem eigenen Garten. Die kleinen grünen Körner sind nicht nur bei Kindern beliebt, sondern gehören auch zu den dankbarsten Pflanzen für Hobbygärtner. Ob als süße Zuckererbsen, die man mitsamt der Hülsen verzehren kann, oder als kräftige Markerbsen zum Palen – der Anbau von Erbsen ist ein lohnenswertes Projekt, das wir in diesem Guide von A-Z detailliert beleuchten.

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie alles über die richtige Aussaat, den idealen Boden und wie Sie die perfekte Ernte einfahren. Wir zeigen Ihnen, welche Sorten es gibt, warum die Erde im Frühjahr so entscheidend ist und wie Sie Ihre Erbse optimal pflegen, damit Sie den ganzen Sommer über frisches Gemüse ernten können.

Die Vielfalt der Erbsen: Welche Sorte passt zu dir?

Bevor Sie die ersten Samen in die Erde legen, müssen Sie sich für eine Sorte entscheiden. Erbsen werden botanisch in drei Hauptgruppen unterteilt, die sich in Geschmack, Verwendung und Anbau unterscheiden:

Übersicht: Erbsen-Sorten

Markerbsen

Zuckerreich & zart. Nur die Körner werden gegessen.

Zuckererbsen

Süß & fadenfrei. Verzehr mitsamt der ganzen Hülse.

Schalerbsen

Robust & mehlig. Ideal für Suppen und zum Trocknen.

Markerbsen sind die Klassiker für das Tiefkühlregal, aber frisch aus dem Garten sind sie unschlagbar. Sie enthalten viel Zucker und bleiben lange zart. Im Gegensatz dazu sind Zuckererbsen (auch Kiefelerbsen genannt) besonders beliebt, weil man sich das mühsame Palen spart – sie kommen direkt in den Wok oder Salat. Schalerbsen (Palerbsen) sind die härtesten Gesellen unter den Pflanzen; sie können bereits sehr früh im Jahr gesät werden, da sie Kälte gut vertragen.

Boden und Standort: Wo die Erbse sich wohlfühlt

Der Erfolg beim Erbsen-Anbau beginnt unter der Oberfläche. Die Erde sollte im Idealfall humos, locker und kalkhaltig sein. Erbsen gehören zur Familie der Leguminosen. Das bedeutet, sie haben eine Superkraft: Sie sammeln Stickstoff aus der Luft und speichern ihn in kleinen Knöllchen an ihren Wurzeln. Daher benötigt dieser Anbau kaum zusätzlichen Stickstoffdünger.

Wählen Sie einen Standort im Garten, der sonnig bis halbschattig ist. Ein zu schwerer Boden neigt zu Staunässe, was die Samen faulen lässt. Bereiten Sie die Erde bereits im Herbst oder zeitigen Frühjahr vor, indem Sie etwas Kompost unterheben. Ein lockerer Boden ermöglicht es den Wurzeln, tief einzudringen, was besonders in trockenen Sommern von Vorteil ist. Denken Sie daran: Erbsen sind Selbstunverträglich. Das heißt, an der gleichen Stelle sollten Sie erst nach 4 bis 5 Jahren wieder Erbsen pflanzen.

Aussaat und Pflanzung: Der Startschuss

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat? Erbsen mögen keine große Hitze, weshalb sie zu den ersten Pflanzen gehören, die im Frühjahr in den Garten dürfen. Schalerbsen vertragen Temperaturen bis -5 Grad und können schon ab März gesät werden. Markerbsen und Zuckererbsen sind etwas empfindlicher und bevorzugen eine Erde, die sich bereits auf etwa 8 Grad erwärmt hat (meist ab April).

Aussaat-Guide

MÄRZ

Schalerbsen Aussaat

APRIL

Zucker-/Markerbsen

JUNI/JULI

Haupt-Erntezeit

AUG

Nachsaat möglich

Die Samen sollten etwa 3 bis 5 cm tief in die Erde gelegt werden. Ein bewährter Trick: Weichen Sie die Körner für ein paar Stunden in lauwarmem Wasser ein, bevor Sie sie pflanzen. Das beschleunigt die Keimung enorm. Der Reihenabstand sollte etwa 30 bis 40 cm betragen, innerhalb der Reihe lässt man 5 cm Platz zwischen den Samen. Sobald die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind, sollten Sie die Erde leicht anhäufeln – das gibt zusätzliche Stabilität.

Pflege: Wasser, Unkraut und die richtige Rankhilfe

Erbsen sind Kletterkünstler. Die meisten Sorten bilden Greifranken aus, mit denen sie sich nach oben ziehen. Ohne Rankhilfe würden die Pflanzen am Boden liegen, was zu Fäulnis an den Hülsen führen kann. Einfacher Maschendraht, Reisig oder ein spezielles Erbsennetz aus dem Garten-Fachhandel leisten hier gute Dienste.

In Bezug auf die Bewässerung sind Erbsen während der Blütezeit besonders anspruchsvoll. Trockenheit führt dazu, dass die Blüten abfallen und sich keine Körner bilden. Gießen Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie es, das Laub nass zu machen, um Mehltau vorzubeugen. Unkraut hacken ist wichtig, sollte aber vorsichtig geschehen, da die Wurzeln der Erbse sehr flach verlaufen.

Gute und schlechte Nachbarn: Die Beet-WG

In einem gesunden Garten ist die Mischkultur der Schlüssel zum Erfolg. Da Erbsen den Boden mit Stickstoff anreichern, sind sie sehr beliebte Nachbarn für viele Gemüse-Arten.

Gute Nachbarn: Besonders gut verstehen sich Erbsen mit Möhren, Kohlrabi, Salat und Radieschen. Möhren profitieren vom Stickstoff der Erbsen, während der Salat den Boden unter den Erbsenpflanzen beschattet und feucht hält. Mais ist ebenfalls ein toller Partner, da er als natürliche Rankhilfe dienen kann.

Schlechte Nachbarn: Absolut meiden sollten Sie die Nähe zu Lauchgewächsen wie Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch oder Porree. Diese Pflanzen sondern Stoffe aus, die das Wachstum der Stickstoff-Knöllchenbakterien an den Erbsenwurzeln hemmen. Auch Tomaten und Bohnen (da sie ähnliche Krankheiten haben) sollten nicht direkt neben Erbsen stehen.

Profi-Tipp für die Ernte

Ernten Sie Ihre Erbsen immer von unten nach oben. Die unteren Hülsen reifen zuerst. Regelmäßiges Ernten regt die Pflanze dazu an, neue Blüten und somit neue Hülsen zu bilden. Wenn Sie die Erbsen zu lange hängen lassen, werden sie mehlig und verlieren ihre Süße.

Ernte und Lagerung: Der Lohn der Mühe

Wann genau ist die Erbse reif? Bei Zuckererbsen erntet man, sobald die Samen im Inneren gerade eben als kleine Wölbungen sichtbar werden. Dann ist die Hülse noch saftig und zart. Bei Markerbsen wartet man, bis die Hülsen prall gefüllt sind, aber noch ein kräftiges Grün zeigen. Gelbliche Hülsen deuten darauf hin, dass die Erbsen bereits überreif und mehlig sind.

Frische Erbsen schmecken am besten sofort. Wenn Sie zu viel ernten, lassen sich die Körner wunderbar einfrieren. Blanchieren Sie die Erbsen dafür kurz für 2 Minuten in kochendem Wasser und schrecken Sie sie in Eiswasser ab. So behalten sie ihre leuchtend grüne Farbe und die Vitamine. Schalerbsen können Sie auch an der Pflanze komplett trocknen lassen, um sie später für deftige Eintöpfe zu verwenden.

Rezeptideen: Köstliches mit Erbsen

Nach der erfolgreichen Ernte in Ihrem Garten ist es Zeit für die Küche. Hier sind zwei einfache, aber geniale Ideen für Ihre frischen Erbsen:

Keyword: Markerbsen Rezept

Frisches Erbsen-Minz-Pesto

Pürieren Sie frisch gepalte Markerbsen mit Minze, Pinienkernen, Olivenöl und etwas Parmesan. Dieses Pesto schmeckt hervorragend zu Pasta oder als Aufstrich auf geröstetem Baguette. Die Süße der Erbse harmoniert perfekt mit der frischen Minze.

10 MIN VEGETARISCH
Keyword: Zuckererbsen Rezept

Knackiger Wok mit Zuckererbsen

Braten Sie ganze Zuckererbsen-Hülsen kurz mit Ingwer, Knoblauch und Sesamöl scharf an. Löschen Sie mit etwas Sojasauce ab. Ein schnelles Gericht, das den Eigengeschmack der Gemüse-Sorte perfekt unterstreicht.

7 MIN VEGAN
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