Gurken im Garten anbauen: Ein Leitfaden für Anbau und Pflege
Der Anbau von Gurken im eigenen Garten ist eine lohnende Aufgabe. Die Pflanzen liefern schmackhafte und erfrischende Früchte, die sich in zahlreichen Rezepten verarbeiten lassen. Ob im Freiland, Hochbeet, Gewächshaus oder auf dem Balkon – Gurken lassen sich fast überall kultivieren. In diesem Artikel erfährst du, wie du Gurken erfolgreich anbaust und pflegst.

Standort & Boden
Gurken lieben warme, sonnige und windgeschützte Standorte. Ein Platz mit mindestens sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag ist ideal. Halbschattige Standorte eignen sich weniger, da die Pflanzen hier langsamer wachsen und weniger Früchte ausbilden. Zudem profitieren Gurken von einer geschützten Lage, etwa an einer Hauswand oder neben einer Hecke, die vor starkem Wind schützt.
Der Boden spielt eine entscheidende Rolle für das Wachstum der Gurken. Sie bevorzugen humusreiche, nährstoffreiche und gut durchlässige Böden. Schwere, lehmige Böden sollten mit Sand oder Kompost aufgelockert werden, um Staunässe zu vermeiden, da Gurken empfindlich auf nasse Wurzeln reagieren. Ein lockerer Boden ermöglicht zudem eine bessere Wurzelentwicklung und eine effiziente Aufnahme von Wasser und Nährstoffen.
Der pH-Wert des Bodens sollte zwischen 6 und 7 liegen, also im leicht sauren bis neutralen Bereich. Vor der Pflanzung lohnt es sich, den Boden mit gut verrottetem Kompost oder organischem Dünger anzureichern, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten, die Temperatur zu regulieren und Unkrautwachstum zu minimieren.
Aussaat & Pflanzung – Gurken anbauen im Freiland, Hochbeet, Gewächshaus, Balkon
Gurken können direkt ins Freiland gesät oder als Jungpflanzen vorgezogen werden. Eine Vorkultur auf der Fensterbank oder im Gewächshaus ist sinnvoll, um die Pflanzen zu stärken. Das Gemüse benötigt ausreichend Platz, damit die Pflanzen gut wachsen können.
- Freiland
Im Mai, nach den letzten Frösten, können die Jungpflanzen ins Freiland gesetzt werden. Der Pflanzabstand sollte etwa 60 cm zwischen den Pflanzen und 120 cm zwischen den Reihen betragen, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können und eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist.
- Hochbeet
Das Hochbeet bietet Gurken ideale Bedingungen. Durch die höhere Bodentemperatur wachsen die Pflanzen schneller. Rankhilfen sind hier besonders vorteilhaft, da die Pflanzen dadurch in die Höhe wachsen können und nicht zu viel Platz einnehmen. Im Hochbeet sollte ein Abstand von etwa 40–50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten werden.

- Gewächshaus
Im Gewächshaus können Gurken bereits ab April gepflanzt werden. Hier profitieren sie von konstanten Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Aufgrund der begrenzten Fläche empfiehlt es sich, Gurken an Rankhilfen wachsen zu lassen. Der empfohlene Pflanzabstand beträgt etwa 50 cm zwischen den Pflanzen und 100 cm zwischen den Reihen.

- Balkon
Gurken lassen sich auch in einem großen Topf auf dem Balkon kultivieren. Hier sollte ein Topf mit mindestens 10 Litern Fassungsvermögen gewählt werden, damit die Wurzeln ausreichend Platz haben. Der Abstand zwischen den einzelnen Töpfen sollte etwa 30–40 cm betragen, um eine gute Luftzirkulation und gesundes Wachstum zu ermöglichen. Eine Rankhilfe hilft den Pflanzen beim Wachsen. Regelmäßiges Gießen ist hier besonders wichtig, da die Erde in Töpfen schneller austrocknet.

Welche Sorten eignen sich für Gewächshaus, Hochbeet, Freiland und Balkon?
Bei der Auswahl der richtigen Gurkensorte spielt der Standort eine entscheidende Rolle. Je nach Anbauweise unterscheiden sich die Anforderungen an die Pflanzen.
- Freiland:
Sorten wie Marketmore, Vorgebirgstrauben und Tanja sind besonders widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und Krankheiten. Sie gedeihen gut unter freiem Himmel und benötigen keine geschützten Bedingungen. Diese Sorten sind robust, bilden kräftige Früchte aus und kommen mit Temperaturschwankungen gut zurecht.
- Hochbeet
Für das Hochbeet eignen sich kompakte und ertragreiche Sorten wie Delistar, Picolino und Mini Stars. Diese Sorten profitieren von der warmen Erde im Hochbeet und benötigen wenig Platz, da sie vertikal an Rankhilfen wachsen können. Ihr kompakter Wuchs sorgt dafür, dass sie sich gut in begrenzten Flächen entwickeln können.
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Gewächshaus:
Gurkensorten wie Chinese Schlangen, Carmen und Corentine sind ideal für den geschützten Anbau im Gewächshaus. Sie bevorzugen konstante Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese Sorten neigen dazu, besonders lange und zarte Früchte zu produzieren, die ohne Bitterstoffe auskommen. Sie sind zudem weniger anfällig für Pilzkrankheiten, die in feuchtwarmem Klima auftreten können.
- Balkon:
Für die Kübelkultur auf dem Balkon eignen sich kleinwüchsige, buschige Sorten wie Hopeline, Patio Snacker und Iznik. Diese Sorten bleiben kompakt, bringen dennoch einen hohen Ertrag und benötigen wenig Platz. Sie gedeihen gut in großen Töpfen und können an Rankhilfen hochgezogen werden, wodurch sie sich perfekt für kleine Anbauflächen eignen.
Pflege & Düngung
Gurken benötigen eine gleichmäßige Wasserversorgung. Sie sollten regelmäßig,
am besten morgens oder abends mit zimmerwarmem Wasser gegossen werden. Staunässe
sollte vermieden werden, da sie zu Wurzelfäule führen kann. Eine Mulchschicht
aus Stroh oder Rasenschnitt hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und
Unkraut zu unterdrücken.
Alle zwei Wochen sollten die Pflanzen mit
organischem Dünger, wie Kompost oder Brennnesseljauche, versorgt werden.
Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Kalium und Magnesium, da
diese Nährstoffe das Wachstum und die Fruchtbildung fördern.

Ernte
Die ersten Früchte können je nach Sorte und Witterung ab Juni geerntet werden. Um eine kontinuierliche Ernte zu ermöglichen, sollten reife Früchte regelmäßig geerntet werden, da die Pflanze sonst weniger neue Früchte bildet. Am besten schneidet man die Gurken mit einem Messer oder einer Schere ab, um die Pflanze nicht zu beschädigen. Optimal ist die Ernte in den Morgenstunden, wenn die Gurken besonders saftig und frisch sind. Achte darauf, nicht zu lange mit der Ernte zu warten, da überreife Gurken an Geschmack verlieren und die Samen im Inneren hart werden können.

Aufbewahrung
Die frisch getrendeten Früchte sollten idealerweise innerhalb weniger Tage verzehrt werden, da sie schnell an Knackigkeit verlieren. Im Kühlschrank halten sie sich etwa eine Woche, sollten jedoch nicht direkt neben Äpfeln oder Tomaten gelagert werden, da diese Ethylen ausstoßen und die Gurken schneller verderben lassen.
Um die Haltbarkeit zu verlängern, können Sie die Früchte in ein feuchtes Tuch gewickelt oder in einer Frischhaltebox aufbewahrt werden. Eine weitere Möglichkeit zur Konservierung ist das Einlegen in Essig, Salzlake oder durch Fermentation, wodurch sie für mehrere Monate haltbar bleiben. Eingemachte Gurken eignen sich hervorragend für Salate und als Beilage zu verschiedenen Gerichten.
Krankheiten und Schädlinge
Häufige Probleme beim Gurkenanbau sind Mehltau, Blattläuse und Spinnmilben. Um Mehltau vorzubeugen, sollte für eine gute Luftzirkulation gesorgt und die Blätter möglichst trocken gehalten werden. Bei Blattläusen hilft das Abspritzen mit Seifenlauge oder der Einsatz von Marienkäfern. Spinnmilben können durch regelmäßiges Besprühen der Pflanzen mit Wasser und den Einsatz von Nützlingen reduziert werden.
Regelmäßige Kontrolle der Pflanzen und vorbeugende Maßnahmen wie Mischkultur mit starken Nachbarn wie Knoblauch oder Ringelblumen helfen, Krankheiten und Schädlingsbefall zu minimieren.
