Tomaten richtig gießen: Anleitung für gesunde Pflanzen & reiche Ernte
Von Gartenprofi Maximilian Krauss
Aktualisiert im Juni 2026 • 12 Min. Lesezeit
Maximilian Krauss baut seit über 15 Jahren Tomaten im Freiland, Gewächshaus und auf dem Balkon an. Jährlich kultiviert er über 50 Tomatensorten und testet verschiedene Bewässerungssysteme unter Praxisbedingungen. Seine profunde Expertise hilft dir, Gießfehler an deinen Tomatenpflanzen gezielt zu vermeiden.
Wer aromatische, tiefrote Früchte aus dem eigenen Garten ernten möchte, merkt schnell: Die Tomatenpflanze ist eine kleine Diva. Besonders beim Thema Wasser reagieren Tomatenpflanzen extrem empfindlich auf kleinste Abweichungen. Mit unserer praxiserprobten Anleitung lernst du, wie du die perfekte Balance aus stabiler Bodenfeuchtigkeit und optimaler Nährstoffversorgung erreichst, ohne schädliche Staunässe zu riskieren. Bereits beim Tomaten pflanzen legst du den Grundstein für die spätere Bewässerung.
Wie oft muss man Tomaten gießen?
Tomaten sollten bei normalem Sommerwetter alle 1 bis 2 Tage, bei Temperaturen über 30 Grad täglich gegossen werden. Kübelpflanzen benötigen häufig jeden Tag Wasser. Entscheidend ist eine gleichmäßig feuchte Erde ohne Staunässe.
Inhaltsverzeichnis des Ratgebers
1. Grundlagen: Warum Tomaten so viel Wasser trinken
Bevor wir zur praktischen Gießkanne greifen, müssen wir die Biologie der Tomatenpflanze verstehen. Wusstest du, dass reife Tomaten zu 90 bis 95 Prozent aus reinem Wasser bestehen? (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – LWG). Das macht sie im Garten zu echten Spitzenreitern, was den Flüssigkeitsbedarf betrifft. Das über die Wurzeln aufgenommene Wasser dient der Pflanze nicht nur zum Prallhalten der Früchte, sondern vor allem als Transportmittel.
Nur durch einen stetigen, ununterbrochenen Wasserstrom im Inneren der Pflanze können lebenswichtige Nährstoffe wie Calcium, Magnesium und Stickstoff aus dem Boden gelöst und bis nach oben in die Blätter und Fruchtansätze transportiert werden. Herrscht im Wurzelbereich Trockenheit, stockt dieser Transport. Die Folge ist enormer Stress für die gesamte Tomatenpflanze.

Abb. 1: Ein ausgeglichenes Bodenklima im Hochbeet sorgt für gesundes Wurzelwachstum. (Alt: Tomaten richtig gießen im Hochbeet)
Schwankende Feuchtigkeit im Boden ist die Ursache für die berüchtigte Blütenendfäule. Dabei führt ein akuter Calciummangel (verursacht durch mangelnden Wassertransport) dazu, dass sich das Gewebe an der Unterseite der Früchte schwarz verfärbt und abstirbt. Auch das unschöne Platzen der Früchte kurz vor der Ernte wird fast ausschließlich durch plötzliche, ungleichmäßige Wassergaben nach einer Trockenperiode ausgelöst. Um dem vorzubeugen, solltest du deine Tomaten also keinesfalls unregelmäßig mit Wasser versorgen.
2. Wie oft gießen? Rhythmus & Wetter
Wie oft du gießen musst, hängt maßgeblich von den äußeren Bedingungen und der Entwicklungsphase ab. Die wichtigste Regel vorweg: Gieße niemals stumpf nach einem festen wöchentlichen Zeitplan. Der wahre Wasserbedarf orientiert sich an der Natur. Bereits beim Tomaten vorziehen beginnt die feinfühlige Feuchtigkeitsregulierung.
Der Gieß-Rhythmus nach Wetter & Phase:
- Normales Sommerwetter (20–25 °C): Wässere deine Pflanzen gründlich alle 1 bis 2 Tage. Das reicht völlig aus, um den Boden gleichmäßig feucht zu halten.
- Extreme Hitzeperioden (über 30 °C): Hier steigt die Transpiration der Blätter rasant an. Ein tägliches Gießen in den frühen Morgenstunden ist nun Pflicht. In sandigen Böden oder kleinen Pflanzkübeln kann an extrem heißen Tagen sogar eine zweite Wassergabe am späten Nachmittag nötig sein.
- Regenwetter: Stehen deine Tomaten im Freilandbeet ohne Schutzdach, kannst du das Gießen vorerst pausieren. Achte jedoch darauf, ob der Regen tatsächlich bis an die tiefen Wurzelschichten vorgedrungen ist. Oft hält das dichte Blattwerk den Regen wie ein Schirm ab und die Erde darunter bleibt staubtrocken!
- Frisch gepflanzte Jungpflanzen: In den ersten 2–3 Wochen nach dem Auspflanzen ist der Wurzelballen noch sehr kompakt. Halte die Erde in dieser sensiblen Phase durchgehend feucht (nicht nass!), damit sich feine Gießwurzeln bilden können.
⚠️ Was passiert, wenn du…
Die Pflanze lässt die Blätter hängen, um die Verdunstungsoberfläche zu verkleinern. Der Nährstoffstrom bricht ab, Blüten fallen ab und das Wachstum wird komplett eingestellt.
Die Wurzeln „ertrinken“ im schlammigen Boden, da ihnen Sauerstoff fehlt. Es kommt zur Wurzelfäule, die Blätter färben sich fahlgelb und die Tomatenpflanze stirbt unaufhaltsam ab. Weitere Gefahren findest du im Guide über Tomatenkrankheiten.
3. Die optimale Wassermenge (Gieß-Tabelle)
Viele Hobbygärtner gießen zwar häufig, aber mit viel zu geringen Mengen. Nur ein kurzes Befeuchten der Erdoberfläche bringt den Wurzeln im tiefen Boden überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil: Es verleitet die Tomatenpflanze dazu, ihre Wurzeln unnatürlich weit oben auszubilden, was sie extrem anfällig für schnelle Austrocknung macht. Um eine reiche Ernte einzufahren, ist es essenziell, die Pflanze mit Tomaten richtig düngen und der exakten Wassermenge parallel zu versorgen.
Gieße stattdessen langsam, durchdringend und tief. Das Wasser muss mindestens 20 bis 30 cm tief in den Boden einsickern, um die Hauptwurzelzone vollständig zu versorgen.
| Wachstumsphase der Tomate | Empfohlene Wassermenge | Ziel / Gießfokus |
|---|---|---|
| 1. Jungpflanze (nach Auspflanzung) | 0,5 bis 1,0 Liter pro Pflanze | Anregung des Wurzelwachstums in die Tiefe |
| 2. Hauptwachstum & Blütenphase | 1,5 bis 2,5 Liter pro Pflanze | Gleichmäßige Feuchte für Knospenbildung |
| 3. Fruchtbildung & Erntezeit | 3,0 bis 5,0 Liter pro Pflanze | Vermeidung von geplatzten Früchten |

Abb. 2: Professionelle Tröpfchenbewässerung sorgt für konstante Bodenfeuchtigkeit.
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Dein optimaler Gieß-Richtwert:
4. Tomaten gießen nach Sorten
Nicht alle Tomatenpflanzen haben denselben Wasserbedarf. Die genetische Struktur, die Blattoberfläche sowie die Fruchtgröße spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie viel Wasser die Wurzeln verarbeiten müssen. Um deine Ernte zu optimieren, solltest du deine Bewässerung an die jeweilige Sorte anpassen.
Buschtomaten
Buschtomaten (auch Determinierte Tomaten genannt) wachsen kompakt und weisen eine begrenzte Wuchshöhe auf. Da sie meist im Kübel oder als Balkontomaten gepflegt werden, ist ihr Wurzelraum klein. Sie benötigen eine sehr gleichmäßige, aber in der Gesamtmenge pro Gießvorgang reduzierte Wassergabe. Staunässe im engen Topfsubstrat führt hier besonders schnell zu gelben Blättern und Wurzelfäule.
Stabtomaten
Als klassische Starkzehrer wachsen Stabtomaten unbegrenzt in die Höhe und bilden ein massives Blätterdach aus. Durch das regelmäßige Tomaten ausgeizen steuerst du den Wuchs, reduzierst aber auch die Verdunstungsfläche. Dennoch benötigen Stabtomaten aufgrund ihrer Wuchshöhe von oft über zwei Metern eine kontinuierliche, tiefgründige Wasserversorgung. Sie bilden tiefe Wurzeln aus, die intensiv nach Wasser im tiefen Boden suchen.
Cocktailtomaten
Cocktailtomaten und Kirschtomaten tragen unzählige kleine Früchte. Ihre Fruchthaut ist oft dünner und anfälliger für schnelles Platzen. Wenn du Cocktailtomaten gießt, musst du extreme Schwankungen meiden wie der Teufel das Weihwasser. Gieße lieber öfter in kleinen Mengen als einmalig die Pflanze mit Litern zu überschwemmen.
Fleischtomaten
Die Riesen unter den Tomaten bilden massive, schwere Früchte mit einem hohen Wasseranteil aus. In der Phase des Fruchtwachstums benötigen Fleischtomaten enorme Wassermengen von bis zu 5 Litern am Tag im Freiland. Ein Mangel an Feuchtigkeit führt bei diesen großen Sorten fast unweigerlich zu massiver Blütenendfäule, da der weite Transportweg des Calciums in die großen Früchte viel Wasserdruck benötigt.
5. Tomaten gießen im Hochsommer (>30 °C)
Wenn das Thermometer im Juli und August die 30-Grad-Marke knackt, geraten Tomatenpflanzen in physiologischen Stress. Bei extremen Temperaturen schließen die Blätter ihre Spaltöffnungen (Stomata), um den Feuchtigkeitsverlust durch Transpiration zu stoppen. Gleichzeitig kocht die Erde in ungeschützten Beeten und Töpfen förmlich auf.
Im Hochsommer reicht das normale Gießintervall meist nicht mehr aus. Das Substrat trocknet von oben herab rasant aus. Nun gilt es, die Pflanzen vor dem Vertrocknen zu bewahren, ohne die Wurzeln durch eiskaltes Gießwasser in Schockstarre zu versetzen. Wässere im Hochsommer zwingend am frühen Morgen zwischen 5 und 7 Uhr. Zu dieser Zeit ist der Temperaturunterschied zwischen Boden und Wasser am geringsten.
Sollten deine Pflanzen im Gewächshaus stehen, kann an extremen Hundstagen eine zusätzliche, feine Wassergabe am späten Nachmittag (ca. 17 Uhr) nötig sein – gieße jedoch auch dann streng bodennah, um feuchte Blätter vor der kühlen Nacht zu vermeiden.

Abb. 3: Blütenendfäule ist die direkte Folge unregelmäßiger Bewässerung.
6. Tomaten im Urlaub bewässern
Die Urlaubszeit im Sommer kollidiert meist mit der heißesten Phase des Jahres – genau dann, wenn Tomaten den höchsten Wasserbedarf haben. Eine zweiwöchige Abwesenheit ohne Bewässerungsplan führt unweigerlich zum Totalausfall deiner geliebten Pflanzen. Doch mit der richtigen Vorbereitung überstehen deine Tomaten deinen Urlaub problemlos.
Die besten Urlaubslösungen im Überblick:
- Ollas (Tonkrüge): Diese unglasierten Tongefäße werden direkt neben den Tomaten in die Erde eingegraben und mit Wasser befüllt. Über die porösen Wände gibt die Olla kontinuierlich Feuchtigkeit direkt an die Wurzeln ab. Eine hervorragende, umweltfreundliche DIY-Methode.
- Die PET-Flaschen-Methode: Schneide den Boden einer großen PET-Flasche ab, bohre winzige Löcher in den Deckel und stecke die Flasche kopfüber neben den Tomatenstängel in die Erde. Befülle sie vor der Abreise mit Wasser. Dies sichert die Feuchtigkeit für 2 bis 3 Tage.
- Automatische Tröpfchenbewässerung: Gekoppelt an einen Bewässerungscomputer, der am Wasserhahn montiert ist, ist dies die sicherste Methode. Du kannst Gießzeiten und Mengen exakt steuern und deine Tomaten im Gewächshaus oder Beet vollautomatisch versorgen lassen.
- Gute Nachbarschaft: Sollte ein Nachbar das Gießen übernehmen, hinterlasse ihm unbedingt diesen Guide oder richte ihm unseren interaktiven Mengen-Rechner ein, um typische Fehler wie das Gießen über die Blätter zu vermeiden.
7. Der beste Zeitpunkt: Morgens vs. Abends
In der Gartenpraxis herrscht oft Uneinigkeit darüber, ob man besser morgens oder abends gießen sollte. Die wissenschaftliche Erkenntnis (unterstützt von führenden Gartenakademien) ist jedoch eindeutig: Gießen am frühen Morgen ist das absolute Best Practice!
Morgens gießen (Ideal)
Die Pflanzen starten optimal versorgt in den Tag. Eventuell versehentlich nass gespritzte Blätter trocknen durch die aufgehende Sonne rasch ab. Die Gefahr von Pilzinfektionen (wie der gefürchteten Kraut- und Braunfäule) wird auf ein Minimum reduziert. Zudem verdunstet zu diesem Zeitpunkt nur sehr wenig Gießwasser ungenutzt im Boden.
Abends gießen (Risiko)
Wenn du abends gießt, bleibt die Erde und das umgebende Mikroklima die ganze Nacht über feucht und kühl. Das zieht Nacktschnecken magisch an und schafft die perfekten Keimbedingungen für Pilzsporen auf feuchtem Laub. Nutze die Abendstunden nur im absoluten Notfall, wenn die Pflanzen bereits stark welken.
8. Die richtige Gießtechnik schrittweise erklärt
Es kommt nicht nur darauf an, wie viel und wann du gießt – sondern vor allem wie. Tomaten hassen nasse Blätter. Um Pilzkrankheiten aktiv vorzubeugen, solltest du dir folgende Gießregeln fest einprägen:
Warum die Blattnässe der Feind Nummer 1 ist:
Die Sporen der Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) benötigen einen Feuchtigkeitsfilm auf dem Blatt, um einzudringen. Bleiben die Blätter trocken, entziehst du dem Pilz seine Lebensgrundlage!
- 🌱 Direkt an die Basis: Halte die Tülle deiner Gießkanne dicht über die Erde.
- 💦 Langsam gießen: Lass dem Boden Zeit, das Wasser tief aufzusaugen.
- ⭕ Gießring anlegen: Forme einen kleinen Erdwall um den Stiel, damit das Wasser nicht ungenutzt wegläuft.
Abb. 4: Perfekte Bewässerung direkt im Wurzelbereich bei absolut trockener Laubkrone.
Wer seinen Rücken schonen und die Effizienz maximieren will, greift am besten zu einer automatischen Tröpfchenbewässerung. Ein einfacher, perforierter Gießschlauch, der direkt auf der Erde verlegt ist, versorgt die Tomatenpflanzen kontinuierlich und extrem sparsam mit Wasser. Das Wasser verdunstet kaum und landet exakt dort, wo es gebraucht wird: an den Wurzeln tief im Erdboden.
9. Standort-Faktoren: Beet, Topf & Gewächshaus
Nicht jede Tomatenpflanze wächst unter den gleichen Bedingungen. Der Standort bestimmt den Wasserbedarf drastisch. Lass uns die drei häufigsten Gärten-Szenarien genauer betrachten:
Vergleichstabelle: Gieß-Rhythmus nach Standort & Wetter
| Standort | Milder Sommer | Extreme Hitze (>30 °C) | Regenperiode |
|---|---|---|---|
| Freiland / Beet | alle 2 Tage | täglich (morgens) | selten (nur nach Kontrolle) |
| Gewächshaus | täglich (morgens) | 2x täglich (morgens + abends) | täglich (Feuchte prüfen) |
| Kübel / Topf | täglich (morgens) | 2x täglich (morgens + abends) | nach Fingerprobe im Substrat |

Abb. 5: Im Gewächshaus ist die kontrollierte Zufuhr von Regenwasser überlebenswichtig.
🪴 Tomaten im Topf & Kübel
In Pflanztöpfen auf Balkon oder Terrasse erwärmt sich die Erde durch die Umgebungsluft rasend schnell. Zudem ist das Erdvolumen extrem begrenzt. Die Folge: Der Topf trocknet extrem schnell aus. Im Hochsommer musst du Topftomaten zwingend täglich, manchmal sogar zweimal am Tag gießen. Achte unbedingt darauf, dass der Topf ausreichend Abzugslöcher hat, damit überschüssiges Wasser sofort abfließen kann und keine Wurzelfäule entsteht.
🌱 Tomaten im Beet / Freiland
Im offenen Gartenboden können Tomaten ein erstaunlich tiefes Wurzelsystem von bis zu 1,5 Metern ausbilden. Sie sind dadurch viel besser vor dem Austrocknen geschützt als Kübelpflanzen. Ein Gießrhythmus von alle 2 Tage ist hier meist ideal. Ein tiefer, humusreicher Boden speichert die Feuchtigkeit besonders gut. (Hier gedeihen Tomaten übrigens auch wunderbar in direkter Nachbarschaft zu Sommerblumen wie farbenprächtigen Dahlien oder pflegeleichten Kräutern).
🏡 Tomaten im Gewächshaus
Das Tomaten im Gewächshaus bietet den perfekten Schutz vor Regen und beugt damit Blattkrankheiten grandios vor. Allerdings bedeutet das auch: Kein einziger Tropfen natürlicher Niederschlag erreicht deine Pflanzen. Du hast hier die absolute Gieß-Kontrolle, trägst aber auch die volle Verantwortung. Kontrolliere täglich die Bodenfeuchtigkeit. Da die Temperaturen unter Glas im Sommer leicht über 40 °C klettern, ist der Wasserbedarf hier besonders hoch.
10. Mulchen: Der ultimative Feuchtigkeits-Booster
Es ist der einfachste und zugleich wirksamste Trick aller Profi-Gärtner: das Mulchen. Indem du den nackten Boden rund um deine Tomatenpflanzen mit einer 3 bis 5 cm dicken Schicht aus organischem Material abdeckst, schützt du die Erde wie mit einer Klimaanlage.
Vorteile einer Mulchschicht:
- Bis zu 50% weniger Gießen: Die feuchtigkeitsspendende Schicht reduziert die direkte Verdunstung aus dem Boden drastisch.
- Stabilere Bodentemperaturen: Der Wurzelbereich bleibt an heißen Tagen kühler und kühlt in kalten Nächten nicht so stark aus.
- Schutz vor Spritzwasser: Beim Gießen spritzt keine verseuchte Erde an die unteren Blätter – bester Schutz vor Krautfäule!
Als hervorragendes Mulchmaterial eignet sich getrockneter Rasenschnitt, Stroh oder auch Laub. Vermeide frischen Rindenmulch, da dieser beim Zersetzen dem Boden wertvollen Stickstoff entzieht, den deine Starkzehrer-Tomaten dringend für das Wachstum benötigen.
11. Die 5 schlimmsten Gießfehler & wie du sie verhinderst
Selbst erfahrene Hobbygärtner machen unbewusst Fehler bei der Tomaten-Bewässerung, die im schlimmsten Fall die gesamte Ernte ruinieren können. Hier sind die fünf folgenschwersten Fehler auf den Punkt gebracht:
-
1
Das Gießen über die Blätter
Nasses Laub begünstigt die schnelle Keimung von Pilzsporen und führt fast immer zur tödlichen Braunfäule.
-
2
Unregelmäßiger Gießrhythmus
Das abrupte Wechselspiel aus extremer Trockenheit und plötzlicher Überwässerung lässt die reifenden Früchte unaufhaltsam aufplatzen.
-
3
Erzeugung von Staunässe
Ohne funktionierenden Wasserabzug verfaulen die Wurzeln geräuschlos im schlammigen Boden und die Pflanze stirbt ab.
-
4
Verwendung von eiskaltem Wasser
Eiskaltes Brunnen- oder Leitungswasser direkt aus dem Schlauch schockiert die wärmeliebenden Wurzeln und bremst das Pflanzenwachstum massiv aus.
-
5
Nur oberflächliches Anfeuchten
Wenige Millimeter feuchte Erde an der Oberfläche verdunsten sofort und erreichen die tief liegende Wurzelzone der Starkzehrer überhaupt nicht.
12. Interaktives Diagnose-Tool bei Gieß-Problemen
Deine Tomate sieht ungesund aus, aber du bist dir unsicher, ob es am Wasser liegt? Nutze unser interaktives Tool. Klicke einfach auf das Symptom, das deine Pflanze zeigt, um sofort die Ursache und die rettende Lösung zu erfahren:
Was zeigt deine Tomatenpflanze?
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13. Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Hier findest du kompakte Antworten auf die brennendsten Fragen rund um die perfekte Tomatenbewässerung, die wir von unseren Lesern regelmäßig erhalten:
Kann ich Tomaten auch mit Leitungswasser gießen?
Ja, das ist grundsätzlich möglich. Idealerweise greifst du jedoch zu weichem, angewärmtem Regenwasser aus der Regentonne. Kalkreiches Leitungswasser kann auf Dauer den pH-Wert der Erde anheben, was die Nährstoffaufnahme erschwert. Lass Leitungswasser vor dem Gießen immer mindestens 24 Stunden in der Gießkanne stehen, damit es sich erwärmen kann.
Wie erkenne ich Wassermangel rechtzeitig?
Bevor die Blätter komplett trocken herabhängen, zeigt die Pflanze feine Warnsignale. Die Triebspitzen biegen sich leicht nach unten und das Laub verliert seinen gesunden, seidigen Glanz. Spätestens dann solltest du tiefgründig wässern.
Sollte man Tomaten nach dem Ausgeizen gießen?
Warte nach dem Ausgeizen (dem Ausbrechen der Seitentriebe) einige Stunden mit dem Gießen. Die frischen Wunden am Stängel müssen erst an der Luft abtrocknen, um das Eindringen von Pilzsporen oder Bakterien durch spritzendes Gießwasser zu verhindern.
Muss ich gedüngte Erde häufiger gießen?
Ja. Nährstoffe aus mineralischen oder organischen Düngern (wie Hornspänen oder speziellem Tomatendünger) können von den Wurzeln nur gelöst aufgenommen werden. Achte nach dem Tomaten düngen besonders penibel auf einen feuchten Boden, um Verbrennungen an den Wurzeln zu vermeiden.
Warum werden meine Tomatenblätter gelb?
Werden primär die älteren, bodennahen Blätter gelb, liegt dies meist an Staunässe (Sauerstoffmangel im Wurzelbereich) oder einem handfesten Stickstoffmangel. Reduziere die Wassergabe und prüfe mit der Fingerprobe, ob die Erde tief im Inneren modrig riecht. Weitere Informationen findest du in unserem Leitfaden zu Tomatenkrankheiten.
Hilft eine Tröpfchenbewässerung wirklich?
Absolut. Eine automatische Tröpfchenbewässerung spart nachweislich bis zu 70 % Wasser ein und hält die Feuchtigkeit im Boden perfekt konstant. Für jeden ambitionierten Hobbygärtner im Gewächshaus ist dies die lohnendste Investition überhaupt.
14. Fazit: Setze auf System statt Bauchgefühl
Das erfolgreiche Kultivieren von Tomaten ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage der richtigen Gewohnheiten und einer liebevollen Tomatenpflege. Wer seine Tomatenpflanzen nach einem klaren System statt nach reinem Bauchgefühl gießt, schützt sie effektiv vor Krankheiten wie der Blütenendfäule und sichert sich eine reiche, zuckersüße Ernte im Spätsommer.
Deine Gieß-Checkliste für morgen früh:
- Morgens gießen statt abends.
- Gießkanne direkt an den Wurzelhals ansetzen – Blätter trocken halten.
- Nur angewärmtes Regenwasser verwenden (Wasserschock vermeiden).
- Eine dicke Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh aufbringen.
*Hinweis zu den Quellen: Die Angaben zum Wassergehalt der Früchte sowie die physiologischen Zusammenhänge der Blütenendfäule basieren auf den offiziellen gartenbauwissenschaftlichen Leitfäden der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) sowie des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).*
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