Kompostierung ist eine umweltfreundliche Möglichkeit, organische Abfälle zu verwerten und wertvollen Humus für den Garten zu erzeugen. Ein gut gepflegter Komposthaufen verbessert die Bodenqualität, liefert Nährstoffe für Pflanzen und reduziert den Müll. Doch manchmal kann sich Schimmel im Kompost bilden. Viele Hobbygärtner fragen sich dann, ob das problematisch ist oder ob der natürliche Zersetzungsprozess einfach seinen Lauf nimmt. In diesem Ratgeber beleuchten wir ausführlich, warum Kompost Schimmel entwickeln kann, welche Auswirkungen dies hat und wie sich unerwünschte Schimmelbildung vermeiden lässt.

Warum entsteht Schimmel im Kompost?
Schimmel im Kompost ist nicht ungewöhnlich und kann verschiedene Ursachen haben. Dabei handelt es sich oft um natürliche Schimmelpilze, die bei der Zersetzung von organischem Material mitwirken. In manchen Fällen kann Schimmel jedoch auf Probleme hinweisen, die die Kompostierung negativ beeinflussen.
1. Zu viel Feuchtigkeit
Ein zu feuchter Kompost kann
die Zersetzung des organischen Materials
verlangsamen und dazu führen, dass unerwünschte Schimmelpilze entstehen.
Besonders nach langen Regenperioden kann der Kompost durchweichen. Um dem
entgegenzuwirken, ist es wichtig, regelmäßig trockenes Material wie Laub oder
Holzspäne beizumischen. Zudem kann ein überdachter Komposter helfen, das
Eindringen von zu viel Wasser zu verhindern.
2. Mangelnde Belüftung
Ein gut durchlüfteter Kompost ist entscheidend für eine gesunde Zersetzung
des organischen Materials. Wenn der Komposthaufen nicht regelmäßig umgesetzt
wird, bilden sich verdichtete, sauerstoffarme Bereiche. Dies begünstigt das
Wachstum von Schimmelpilzen. Durch regelmäßiges Umsetzen des Komposts wird die
Luftzirkulation verbessert, was die Aktivität der Mikroorganismen fördert und
die Schimmelbildung reduziert.
3. Falsches Mischungsverhältnis
Ein
Übermaß an Grünmaterial kann dazu führen, dass der Kompost matschig wird und
Schimmelpilze gedeihen. Zu viel trockenes Material hingegen kann die Verrottung
verlangsamen. Ein gutes Gleichgewicht sorgt für eine harmonische Zersetzung und
stellt sicher, dass der Kompost eine wertvolle Bereicherung für den Garten wird,
ohne dass sich Schimmel übermäßig ausbreitet.
4. Kalte Temperaturen
Während ein gut gepflegter Komposthaufen im Inneren Temperaturen von 50 – 60 °C
erreichen kann, bleibt die äußere Schicht oft kühler. Besonders in Herbst und
Winter, wenn der Komposthaufen abkühlt, kann es länger dauern, bis das Material
vollständig verrottet. Kältere Bedingungen begünstigen das Wachstum bestimmter
Schimmelpilze. Durch das Abdecken des Komposters mit einer Plane oder das
Hinzufügen von isolierendem Material wie Stroh kann die Temperatur besser
gehalten werden.

Ist Schimmel im Kompost schädlich?
Grundsätzlich ist Schimmel im Kompost nicht automatisch ein Problem. Viele
Schimmelpilze sind natürlicher Bestandteil des Zersetzungsprozesses und tragen
zur Kompostierung bei. Es gibt jedoch einige Fälle, in denen Schimmel
unerwünscht ist:
- Weißer Schimmel tritt häufig auf, wenn der Kompost zu trocken ist.
Dieser ist meist harmlos und zeigt an, dass die Zersetzung aktiv läuft.
- Grüner oder schwarzer Schimmel kann auf feuchte, sauerstoffarme
Bedingungen hindeuten und unangenehme Gerüche verursachen.
- Gelber oder rötlicher Schimmel sollte vermieden werden, da einige dieser
Pilze gesundheitsschädlich sein können.
- Wenn Schimmel im Kompost überhandnimmt oder unangenehme Gerüche
entstehen, sind Anpassungen notwendig, um den Komposthaufen wieder ins
Gleichgewicht zu bringen.
Maßnahmen zur Vermeidung von Schimmel im Kompost
Falls sich übermäßig Schimmel bildet, gibt es verschiedene Methoden, um die
Bedingungen zu verbessern:
1. Die richtige Feuchtigkeit sicherstellen
Ein Komposthaufen sollte nicht zu nass, aber auch nicht zu trocken sein. Ein
einfacher Test: Greift man eine Handvoll Material und drückt sie zusammen,
sollte sie leicht feucht sein, aber kein Wasser abgeben. Falls der Kompost zu
feucht ist, kann trockenes Braumaterial wie Laub, Holzspäne oder Pappe
beigemischt werden. Bei zu trockenem Kompost hilft das Zufügen von frischen
Gartenabfällen oder leichtem Besprühen mit Wasser.
2. Regelmäßiges
Umsetzen
Das regelmäßige Umsetzen des Komposts sorgt für eine bessere
Belüftung und verhindert, dass sich dichte Schichten bilden, in denen Schimmel
wachsen kann. Besonders bei großen Komposthaufen ist es ratsam, das Material
alle zwei Wochen umzuschichten. Dies fördert nicht nur die gleichmäßige
Zersetzung, sondern verhindert auch unangenehme Gerüche und eine zu starke
Verdichtung des Materials.
3. Hochbeet-Kompostierung
Eine
Alternative zum herkömmlichen Komposter ist das
Kompostieren direkt im Hochbeet.
Dabei werden Garten- und Küchenabfälle als unterste Schicht des Hochbeets
genutzt, wo sie langsam verrotten und die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen.
Diese Methode reduziert das Risiko von Schimmelbildung, da überschüssige
Feuchtigkeit besser abgeleitet wird, während die Erde im Hochbeet mit
Nährstoffen angereichert wird.
4. Verwendung eines gut durchlüfteten
Komposters
Wer wenig Platz im Garten hat, kann auf einen speziellen
Thermo-Komposter zurückgreifen. Diese Behälter sorgen für eine schnellere
Kompostierung und reduzieren gleichzeitig die Gefahr von Schimmel. Ein
durchdachtes System mit Belüftungsschlitzen trägt dazu bei, dass der Kompost
gleichmäßig verrottet und effizient in wertvollen Humus umgewandelt wird.

Kompost Schimmel vermeiden und gesunden Humus erhalten
Schimmel im Kompost ist ein natürlicher Bestandteil des Zersetzungsprozesses und tritt häufig auf. In den meisten Fällen ist er unbedenklich, doch eine übermäßige Schimmelbildung kann auf Probleme wie zu viel Feuchtigkeit oder mangelnde Belüftung hinweisen. Durch eine ausgewogene Mischung von Materialien, regelmäßiges Umsetzen und eine gute Belüftung lässt sich das Risiko von unerwünschtem Schimmel reduzieren. Ein gut gepflegter Kompost sorgt nicht nur für nährstoffreichen Humus, sondern trägt auch zu einem gesunden und nachhaltigen Garten bei. Wer diese Tipps beherzigt, wird mit einem optimalen Kompost belohnt, der das Pflanzenwachstum fördert und den Boden verbessert.

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